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Eine Kinderärztin aus Siegburg ist vor einigen Wochen auf mein Projekt aufmerksam geworden. Sie ist unter anderem in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Sankt Augustin Niederpleis tätig, in der natürlich auch immer viele Kinder untergebracht sind.

Die Ärztin machte mich darauf aufmerksam, dass die Kinder sehr wenig Spielsachen in der Einrichtung haben und diese auch dort verbleiben wenn die Kinder die Einrichtung verlassen.
Das Ziel war also den Kindern eigenes Spielzeug zukommen zu lassen.

Nachdem die Bezirksregierung Köln als Träger der Einrichtung ihr o. k. für eine Spielzeugausgabe im Haus gegeben hat, konnte ich gestern Abend dann ein paar Kisten zusammenstellen. Bücher und Gesellschaftsspiele musste ich wegen der Sprache ausklammern.
Ich bekam die Info, dass derzeit circa 80 Kinder in der Einrichtung leben.

Ich muss zugeben, ich war doch etwas aufgeregt heute Morgen, denn es ist das erste mal gewesen dass ich eine Flüchtlingsunterkunft besucht habe.
Nach der Regelung einiger Formalitäten durfte ich meine Sachen im Sportraum aufbauen und nach und nach wurden kleine Gruppen von 6-8 Kindern in den Raum gelassen und durften sich etwas aussuchen. In anderthalb Stunden besuchten mich circa 50 Kinder die sich jeweils 2-3 Spielsachen ausgesucht haben. Es gab wirklich viele, viele leuchtende Augen und es ging mir mal wieder richtig das Herz auf.

Bisher habe ich mich in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingsunterkünften ja immer sehr zurückgehalten, da ich der Meinung bin, dass es auch außerhalb dieses Kreises genug Kinder und Familien gibt die Unterstützung benötigen. Die zwei Jahre die ich jetzt dieses Projekt mache zeigen mir jedoch dass die Hemmschwelle bei vielen immer noch sehr groß ist. Wenn ich Unterstützung durch einen Vermittler, egal welcher Art erhalte, ist es doch wesentlich einfacher einen Kontakt zu den Familien herzustellen.

Und ist es nicht im Endeeffekt egal welche Kinderaugen man zum Leuchten bringt?